Die Identifikation mit dem Verstand zu durchbrechen
ist der kürzeste Weg
zum innersten Sein.


Osho, Das Buch vom Ego
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Das Wunder von Wörgl - Freigeld, Schwundgeld, Silvio Gesell

Was ist Freigeld?

Umlaufgesichertes Geld (auch Freigeld, Neutralgeld, Schwundgeld) ist ein Zahlungsmittel, das mit einem negativen Zins belastet ist, d.h. im Wert permanent sinkt. Dies soll zu einem verstetigten Geldumlauf führen und dadurch die Wirtschaft stabilisieren. Die Umlaufsicherung erhöht also die Kosten der Geldhaltung gegenüber anderem Geld;[...]
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Freigeld

Freigeld ist also das gerechte und ökonomisch nachhaltige Gegenteil der Ungerechtigkeit von heute, dem Kreditgeld, mit all seinen negativen Auswirkungen auf die meisten Menschen

Statt dass diejenigen, die ohnehin Geld in Menge besitzen, ohne jede Erbringung von Leistungen ihr Geld durch  Zinsen mehren, wird das gehortete Geld welches nicht zurück in den Wirtschaftskreislauf fließt, langsam entwertet. Der Geldwert schwindet ohne Wechsel in Leistungen und Güter, darum auch der Begriff "Schwundgeld".
So kann das Geld seinen guten Zweck als neutrales Tauschmittel erfüllen, und Inflation oder Deflation durch Maßnahmen einer Zentralbank wäre nicht mehr möglich. Die "von oben" verordnete Armut würde durch eine aufblühende Wirtschaft "von unten" ersetzt.



Anlässlich der unaufhaltsamen Talfahrt der "alten" Weltwirtschaft will ich einen kleinen Ausflug ins Jahr 1932 machen - mitten in die Zeit der damaligen Weltwirtschaftskrise - um aus den Geschehnissen von damals einen Gedanken anzuregen für die heutige Zeit.


Da Zeit ein Luxus ist, stelle ich mal die Ergebnisse voran. Möge jeder für sich selbst entscheiden, ob ein Weiterlesen lohnt.

Das Wunder von Wörgl entstand mitten in der Weltwirtschaftskrise 1932 in einem kleinen österreichischen Ort - nicht nur ein ökonomisches Wunder.


Die Ergebnisse warentl_files/01_Neuigkeiten/0812/woergl5.jpg
  • niedrigere Arbeitslosenzahl, während im restlichen Österreich die Bedingungen schlechter wurden
  • offene Bauprojekte wurden umgesetzt,
  • die Wirtschaft florierte,
  • ... während sich überall sonst in Europa die Wirtschaftslage dramatisch verschlechterte.
Nachdem mehr als hundert Gemeinden dem Beispiel von Wörgl folgen wollten, sorgte die Notenbank für die Unterlassung. Das "Wunder von Wörgl" geriet für lange Zeit fast in Vergessenheit.

Nun zum Text (entnommen von wiki.freiwirtschaft.org)


Angeregt durch Silvio Gesell vergab Bürgermeister Unterguggenberger Arbeiten gegen Bestätigungsscheine, deren Umlauf durch eine monatliche „Notabgabe“ von 1% gesichert war. Die rasche Zirkulation dieser kommunalen Zweitwährung führte in 13 Monaten (bis zum Verbot durch die Notenbank) zu einem lokalen Wirtschaftsaufschwung, der europaweites Aufsehen erregte.

Die Vorgeschichte

Die Wirtschaftskrise 1929, ausgelöst durch den Schwarzen Freitag, verursachte im ganzen Land eine Massenarbeitslosigkeit. In Wörgl wurde das Heizhaus und die Zellulosefabrik stillgelegt und mehrere Bahnarbeiter entlassen. Die damals 4500 Seelengemeinde hatte nun 400 Arbeitslose in der engeren Gemeinde und 1500 in der näheren Umgebung. Weiterhin hatte die Gemeinde 1,3 Millionen Schulden und einige uneinbringliche Steuerguthaben. Dies veranlasste Michael Unterguggenberger, den damaligen Bürgermeister, ein Nothilfe-Programm zu starten.

Er zog verschiedene Bücher zu Rate und fand letztendlich bei Silvio Gesell eine Lösung. In mehreren Einzelgesprächen erklärte er jedem einflussreichen Mann in der Gemeinde die Idee und berief am 5. Juli 1932 eine Sitzung ein. Das Nothilfe-Programm wurde am 8. Juli von allen Parteien einstimmig beschlossen. Durch die lange Vorarbeit blieben auch langwierige Fragen aus.

Das Nothilfe-Programm

Es wurden insgesamt 32.000 Schilling im Nennwert von 1, 5 und 10 zu je 2000 Stück gedruckt. Das besondere an diesen sogenannten Arbeitsbestätigungsscheinen war, dass am Ende jeden Monats eine Marke von einem Prozent des Nennwerts aufgeklebt werden musste, andernfalls wurde der Schein ungültig.

Die Gemeinde zahlte am 31. Juli erstmals Löhne in der Höhe von 1000 Schilling aus. Fast am gleichen Tag kehrte der ausgezahlte Betrag wieder als Steuern in die Gemeindekasse zurück. Am dritten Tag beschwerte sich jemand, die Geldscheine müssten gefälscht worden sein, da bereits 5100 Schilling an Steuern bezahlt worden sind, obwohl nur 1000 ausgegeben wurden. Sein Denkfehler bestand darin, die Wirtschaft nicht als Kreislauf zu betrachten. Das ausgegebene Geld floss rund zweimal wöchentlich wieder in die Gemeindekasse zurück. Das macht eine Umlaufgeschwindigkeit von mindestens 104 mal im Jahr (den Umlauf in der Gemeinde selbst noch nicht mitgerechnet).

Während des Projekts wurden insgesamt 131.883 Schilling an Steuern eingenommen und damit verschiedene Arbeiten im Wert von insgesamt 102.197,13 Schilling bezahlt. Es wurden eine Skisprungschanze und eine Brücke gebaut, mehrere Straßen neu asphaltiert und kanalisiert. Die Arbeitslosenrate in Wörgl sank dabei von 21 auf 15 %, während sie im Rest des Landes weiter stieg.

Das Ende

Im Juni 1933 hielt Unterguggenberger in Wien einen Vortrag vor 170 Bürgermeistern, welche ebenfalls an diesem Geld interessiert waren. Allerdings warteten sie noch die Entscheidung der Notenbank ab, welche gegen Wörgl eine Klage einreichte. Denn, "Die Gemeinde Wörgl hatte nämlich ihre Befugnisse überschritten, da das Geldausgaberecht in Österreich nur der Nationalbank zusteht und dieses Privileg, welches im Artikel 122 der Satzung der österreichischen Nationalbank enthalten ist, durch die Wörgler Aktion durchbrochen war." Deshalb wurde am 15. September das Experiment verboten. Die Gemeinde widersetzte sich allerdings dem Verbot und legte Beschwerde ein. Am 18. November 1933 wurde es schließlich vom Verwaltungsgerichtshof endgültig verboten.

Fazit

Zwar hatte die Notenbank vom Gesetz her Recht, beachtet man jedoch welches Potential in diesem Projekt gesteckt hat, so hätte die Arbeitslosigkeit in Österreich eingedämmt bzw. sogar verhinder werden können. Fünf Jahre später marschierte Hitler in Österreich ein. Besonders die vielen Arbeitslosen stimmten für ihn. Man muss sich fragen, ob nicht eventuell sogar der zweite Weltkrieg durch das Freigeldexperiment von Wörgl verhindert werden hätte können.



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Links zum Thema:
www.silvio-gesell.de
www.freigeld.de
Unterguggenberger Institut in Wörgl sammelt Infos zu Komplementärwährungen
www.aktion-umdenken.de
Christen für gerechte Wirtschaftsordnung e.V.
Youtube: Ausschnitt aus "Der Geist des Geldes" mit Dipl.Ökonom Werner Onken