ÖKOPOLIS TIBERKUL, eine ökologische und spirituelle Gemeinschaft in der Taiga
Artikel eingestellt von Christian am 26.02.2010
aus einem Artikel unter oekopolis.info
"Lage und Klima
Seit 1992 siedeln sich die Mitglieder der Lebensgemeinschaft Ökopolis (englisch: Ecopolis) Tiberkul in den Dörfern um die Kreisstadt Kurágino an. Dieses etwa 250 km2 große waldreiche Gebiet befindet sich inmitten der urwüchsigen Taiga am Fuße des Sajan-Gebirges im Süden Sibiriens. Die geographische Breite entspricht der von Norddeutschland.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind in Abakán (200 km westlich) und in Krasnojarsk (400 km nördlich). Krasnojarsk ist von Moskau aus auch sehr bequem in drei Tagen mit der Transsibirischen Eisenbahn zu erreichen (ebenso Abakan über eine Stichstrecke).

Lebensraum der Gemeinschaft Ökopolis Tiberkul im südlichen Sibirien (roter Kreis).
Die Taiga ist reich an Heilkräutern und Beeren. Das Wasser der Flüsse ist von außerordentlich guter Qualität und wird direkt zum Trinken und für den Haushalt verwendet. Hier ist die Natur noch heil.
Der Winter in Süd-Sibirien
Der Winter in Süd-Sibirien ist nicht so schlimm, wie die meisten denken. Viel Sonne, sauberer, glitzernder Schnee und die klare, trockene Luft nehmen dem Winter den Schrecken - im Gegenteil, sie verzaubern und wirken klärend auf Körper und Geist.
Die Temperaturen liegen tagsüber meistens bei (gemessenen) -10 bis -20°C, fallen des Nachts auf bis zu -40°C. Durch das kontinentale Klima und die damit einhergehende trockene Luft werden diese Temperaturen jedoch sowohl im Sommer als auch im Winter viel angenehmer empfunden, als dies in Mitteleuropa der Fall ist.
Der Frühling
Der Frühling ist kurz. Bereits im April klettern die Temperaturen rapide auf +25°C. Der überaus heiße Sommer (bis +40°C) ist vergleichbar mit mediterranem Klima. Es werden z.B. auch Wasser- und Honigmelonen kultiviert.
Das engere Siedlungsgebiet der Gemeinschaft sind die Dörfer Petropáwlowka (Peter und Paul), Tscheremschánka, Guljáewka und Shárowsk, die entlang des Flusses Kásir wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen.
Oberhalb des Sees Tiberkul wird inmitten der urwüchsigen Taiga auf einer Hochebene eine Modellsiedlung errichtet, genannt die "Stadt der Sonne" (roter Punkt).
[Die Betonungszeichen auf den Ortsnamen sollen Ihnen bei der richtigen Aussprache behilflich sein.]
Es leben in der Gemeinschaft etwa 5.000 Menschen, davon ca. 42% Frauen, 28% Männer und 30% Kinder. Die meisten Mitglieder der Gemeinschaft stammen aus den GUS-Staaten. Es leben aber auch immer mehr Menschen aus West- und Osteuropa hier, inmitten von wunderschönen, unberührten Wäldern, Bergen, sauberen Flüssen und Seen, die auch zum Baden einladen.

Familie und Kinder

Familien bilden die Grundlage der Gemeinschaft. In ihrem Schutz haben die Kinder optimale Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Es gibt aber auch Menschen, die nicht in einer Partnerschaft leben, jedoch oftmals in eine Familie integriert sind.
Schulen und Ausbildung
Es wird angestrebt, in allen Dörfern eigene Schulen zu errichten, in denen die künstlerische Kreativität und das Vorstellungsvermögen der Kinder gefördert werden, damit sie lernen, Freude beim Schaffen der Schönheit zu empfinden.
Eine solche Schule besteht schon in Tscheremschánka, eine weitere in Petropáwlowka ist gerade im Aufbau. In den Schulen der Gemeinschaft wird besonderes Augenmerk auf künstlerischen Ausdruck und Verbundenheit mit der Natur gelegt. Es wird die Geschichte der Kultur vermittelt, anstatt die Geschichte der Kriege, wie sonst üblich.
In vielen Aspekten ist die Erziehung hier mit der bekannten Waldorf-Pädagogik Rudolf Steiners durchaus zu vergleichen.
Ehe

Eine Heirat ist möglich, aber nicht Voraussetzung für die Anerkennung als Ehepaar. Ab dem Zeitpunkt wo sich Mann und Frau intim begegnen, übernehmen sie Verantwortung füreinander.
Die Menschen leben in Partnerschaften, und die Familien haben oft mehr als 3 Kinder. Es wird sehr viel Mühe darauf verwendet, die Kinder so zu erziehen, dass sie liebevoll miteinander umgehen und alles in der Natur als lebendig und wertvoll ansehen.

Handwerk und Meisterschaft

Die Kinder werden frühzeitig mit verschiedenen Handwerken vertraut gemacht, um die persönlichen Neigungen und Fähigkeiten sowie die Freude an der Arbeit möglichst früh entdecken zu helfen.
"Eure Vorbestimmung besteht nämlich darin, Unsichtbares, wenngleich unermesslich Wohlduftendes, in Sichtbares zu verwandeln." (Die Letzte Hoffnung, Kap. 3,10)
"In Jugendjahren, solange der junge Mensch sein Leben noch unter dem Dach der Eltern verbringt, wo man für die Erhaltung der Lebensfunktionen seines Körpers sorgt, soll der junge Mensch bestrebt sein, sich verschiedene Fertigkeiten anzueignen, die die Grundlage zur Entwicklung der vorgesehenen Meisterschaft bilden." (Ansprache 42, Vers 29)
Deshalb sind die Anhänger der Lehre von Wissarion bestrebt, Meisterschaft in einem gewählten Handwerk zu erlangen, um mit den Werken ihrer Hände Liebe, Wärme und Licht in die Welt zu bringen.
Die geschaffenen Kunstwerke, Bilder, Lieder und Märchen sollen darum nur lichte Gefühle hervorrufen.
Zu den Aufgaben eines Handwerksmeisters gehört es, sein Wissen weiterzugeben. Um die Kinder frühzeitig an das Handwerk heranzuführen, beinhaltet die Ausbildung der jungen Menschen Praktika bei Meistern ihrer Wahl.
Zu den in der Gemeinschaft ausgeübten Handwerken und Kunsthandwerken zählen unter anderem: Tischlern und Zimmern, Holzschnitzen, Verarbeiten von Birkenrinde, Korbflechten, Böttchern, Schmieden, Töpfern, Spinnen und Weben, Schneidern, Sticken und Stricken."
-> Quelle und Infos zu Bezugsquellen der Handwerksprodukte unter www.oekopolis.info/handwerk.htm
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