Wollt ihr sehen, wie Gott aussieht? Geht und schaut in einen Spiegel - ihr seht Gott direkt ins Gesicht!"

(Ramtha, Das Weiße Buch )
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Tauschhandel, Nachbarschaftshilfe, Tauschringe und Tauschbörsen

Beitrag erstellt von Christian im Mai 2009
letzte Änderung: 03.03.2010


Bild: Tauschen (Quelle: api.ning.com)Tauschhandel ist ein altbewährtes Konzept - weder durch Religion noch durch weltliche Macht zwangseingeführt wie das (Kredit)Geld - und kann nicht besteuert werden, hilft dem sozialen Gefüge und macht Spaß. Die "organisierte Nachbarschaftshilfe" kann sowohl mit dem Nachbarn, weiter über Tauschringe und über Tauschbörsen stattfinden.


Als Aktivmitglied im Tauschring Potsdam kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass so eine "Mikroökonomie" nicht immer einfach zu gestalten ist, doch sich das lohnt. Über fairen Handel hinaus lernt man viele interessante Menschen kennen.

Der reformerische Gedanke des Zeit-Tauschens findet bisher in der Gesellschaft sehr viel Anerkennung und Zulauf. Nach wie vor werden neue Tauschringe gegründet – von Privatpersonen genauso wie von Institutionen. Das Potential, das im Zeit-Tauschring steckt, überzeugt: Eine gleichwertige Art der Zeit-Bewertung von Leistung mit dem Ziel, dass alle Menschen mit ihren Fähigkeiten Anerkennung erhalten
können, unabhängig von Geldbeutel oder sozialem Status. In der Zeittauschring-Theorie steckt viel ausbaufähiges soziales und auch wirtschaftliches Potential.
www.tauschringe.net/files/0610_Tauschringe_u_Regio_Capelll.pdf

Die Deckung der Währung eines Tauschrings ist Vertrauen. Einige Vorteile:

1. Schuldenfreies und steuerfreies Geben und Nehmen.
Der (Aus-) Tausch von Waren und Leistungen zwischen den Menschen ohne das anrüchige Euro-Schuldgeld (oder Euro-gedecktes Regio-Geld) fördert soziale Kontakte und macht unabhängig.

2. Ökonomische Selbsthilfe
Über den Austausch im Tauschring kann man sich mit Dienstleistungen und Waren versorgen, die man sich sonst nicht leisten könnte, leisten würde, oder die nur schwer zu organisieren wären, wie z.B. Babysitting oder Hilfe bei bestimmten Arbeiten. Produkte finden leichter Abnehmer im Umfeld und erzeugen regionales Feedback.

3. Kreativität
Menschen können sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen, indem sie ihre Fähigkeiten und das, was ihnen Spaß macht, ohne Druck des Arbeitsmarktes nutzbringend und selbstbewußt einsetzen. 


Möglichkeiten:

  • Direkte Nachbarschaftshilfe bedarf keiner Administration und kann von jedem angeboten und in Anspruch genommen werden.
  • Tauschringe bieten in einer Stadt oder Gemeinde die Möglichkeit, ähnlich wie in einem offenen Verein Gleichgesinnte zu finden und so in einem größeren Kreis zu tauschen.
  • Tauschbörsen (nicht gemeint ist das FileSharing;) im Internet können sowohl von Einzelpersonen als auch von Tauschringen genutzt werden, um über den lokalen oder regionalen Bereich hinaus zu tauschen. Das Prinzip ist ähnlich den Kleinanzeigenmärkten - eben "biete und suche". Nur dass es keine Währung als Messlatte gibt.

Messung der Werte
Das Prinzip "Rasenmähen gegen alten Kühlschrank" oder was man auch immer tauschen will, erfordert manchmal eine Bemessung der angebotenen Werte. Hier ist Selbstregulierung einmal WIRKLICH möglich, denn wer etwas braucht, wird mehr dafür geben wollen. Auch der w.o. erwähnte Zeitfaktor (Zeitwährung, daher auch der Begriff "Zeit-Tauschring") ist ein sozialer Regulator, denn jede Arbeit wird gleichermaßen wert-geschätzt. Gibt es mehr als einen Anbieter, kann die Gegenleistung geringer ausfallen. Hierbei ist klar, dass die Prozesse zur Entstehung von Produkten weniger eine Rolle spielen genau wie der völlig an der Realität "erzeugte" Euro-Wert, den man als Messlatte natürlich noch im Kopf hat. Dennoch oder darum bietet gerade der Tauschhandel einen guten Weg, wieder mehr Macht über die eigenen Werte zu bekommen und diese nicht durch Finanzkrisen in Gefahr bringen zu lassen.
Im Vergleich zu Second-Hand-Shops zeigt der Tauschhandel seine Vorteile sehr gut: es fallen keine Kosten für Personal, Lager, Betrieb und Steuern an - was man tauscht, erhält man mit viel weniger oder gar keiner Entwertung zurück.

Übrigens, wie im Film "Der Geist des Geldes" angesprochen, war die menschliche Zivilsation auch früher keinsweg auf Geld, wie wir heute haben, als Tauschmittel angewiesen. Ebenso wie Steuern ist das (Kredit)Geld ein Mittel, um Schulden zu erzeugen und eine schleichende Verlagerung der Ressourcen von unten nach oben zu erzeugen. Das Wort Kredit kommt von dem lateinischen Begriff credo (ich glaube, du glaubst). Wenn wir es schaffen, eine neue Geldordnung zu etablieren, ohne Schuldschaffung und mit Leistung als Deckung, habe ich nichts gegen Geld.

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