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Wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen.
Drunvalo Melchisedek
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Wurmfarm - Kompostwürmer-Zucht und Humusproduktion

Beitrag erstellt von Christian im Mai 2009
letzte Änderung: 25.12.2013

Tipp: Effektiver Schutz vor Wühlmäusen und bei Maulwurfpflage - Bioresonanz und erfolgreicher Feldtest >>siehe unten>>

Bild: RotwürmerWas wäre eine angestrebte Selbstversorgung ohne den natürlichen Kreislauf der Humusproduktion? Bioabfälle werden von Kompostwürmern, Asseln, Enchyträen, Milben und Bakterien zersetzt und in das "schwarze Gold" verwandelt. In einer  Wurmkompostierungsanlage (kurz: Wurmfarm) wird das unter möglichst optimierten Bedingungen realisiert.

Sicher, es gibt weitere Möglichkeiten wie Terra Preta, EM und energetische Methoden wie den Orga Urkult. Doch ich finde die Wurmkompostierung einfach am Natürlichsten; die funktioniert ja in jeder Bodenschicht, wo eine Bodendecke aus abgestorbenen Blättern erlaubt ist. Machen lassen! Darüber kann jeder "eifrige" Mensch, der das Laub entsorgt, einmal gemütlich nachdenken.

Rotwürmer: Kompostwürmer (Foetida eisenia, Mistwürmer (E. andrei) und Dendrobena (E. hortensis syn. Dendrobena veneta)

Semiprofessionell betreibe ich seit 2005 eine kleine Wurmzucht, in welcher ich Kompostwürmer (Eisenia foetida) und Mistwürmer (E.andrei) halte und vermehre. Es macht unglaublich viel Spaß, den Prozess mit zu erleben und die aufbauenden Prinzipien der Natur verstehen zu lernen.

Bild: Wurmboxen im KellerBild: Wurmboxen im FreilandApril 2008 - meine erste kleine Freilandanlage konnte ich dank lieben Freunden nicht weit von Potsdam aufbauen. Die Würmer versorge ich mit Pferdemist, Stroh und den Bioabfällen aus der Küche. Ganz besondere Leckerbissen für die fleißigen Freunde sind Kaffeesatz, Teesatz, Zwiebelschalen und zerdrücktes Fallobst.
Einige Zeit lang betrieb ich eine kleine Zucht mit Dendrobena (s. Bild links) - Dendrobena veneta oder Eisenia hortensis - im Keller, jedoch habe ich seit dem Umzug letzten Herbst keinen Platz mehr für die Boxen. Inzwischen tummeln sich die Würmer daher zusammen mit den Kompost- und Mistwürmern in der Freilandanlage.
Dendrobena werden deutlich größer und sind wanderlustiger als die kleineren Rotwurmarten, weswegen ich sie auch bereits in nahen (gemulchten) Beeten fand.

Wurmhumus (Wurmkompost, Wurmerde, Vermicompost, Wurmlosung, engl. worm castings)

Bild: WurmhumusDas Verdauungsprodukt der Regenwürmer  - das eine Endprodukt einer Wurmfarm - heißt Wurmhumus, Wurmkompost oder Wurmerde. Das tiefschwarze krümelige Substrat besitzt eine Reihe von positiven Eigenschaften, welche es deutlich von anderen Düngern und Erden abhebt.  Heinz Erven nannte es wie ich finde zu Recht das „schwarze Gold“.
Wurmhumus hat viele katalytische und heilende Eigenschaften und verfügt über einen ausgeglichen hohen Anteil von bioverfügbaren Nährstoffen. Es enthält die sogenannten Ton-Humus-Komplexe, welche Wasser gut binden und daher gerade für sandige Böden ideal sind. Aus diesem Grund verwende ich Wurmhumus gern, um Gemüse wie Kohl oder Rüben auf "märkischem Sand" erfolgreich zu ziehen oder kranke oder empfindliche Pflanzen wie Rosen zu heilen und gesund zu erhalten. Wurmhumus ist ebenfalls eine ideale Anzuchterde für viele Pflanzen. Wurmhumus hat meiner Meinung nach viele der den Effektiven Mikroorganismen (EM) nachgesagten Eigenschaften: biologisch, harmonisierend, katalytisch, aufbauend.

Fragen von Neulingen der Kompostwurmzucht

  1. Welcher Standort wäre geeignet?'
    Nicht zu windig und auf Boden der Wasser gut ablaufen lässt. Ideal finde ich Halbschatten, offen nach Osten, Ausrichtung der Mieten von Norden nach Süden. 
  2. Hauen die Würmer ab?
    Das tun sie, wenn das Substrat ihnen nicht zusagt (zu warm/kalt, zu trocken/nass, zu sauer/alkalisch, Futter schon umgesetzt, zu wenig frisches vorhanden...). Mit einer guten Menge frischem Mist im November  kann das reguliert werden.
  3. Welche Tiere können ein Problem werden?
    a) Maulwürfe fressen am liebsten Würmer - gibt es diese also in der Nähe, sichere den Boden ab. Das geht mit Lochsteinen oder einen Trennvlies (Baumarkt / Baustoffhandel). Lochsteine allerdings lassen die Würmer im Winter nach unten fliehen - machen sie aber nur, wenn es so kalt wird, dass sie eh erfrieren würden. Permanente Geräusche wie Getrappel oder Maschinen übrigens vergraulen die Mundschisser.
    b) Amseln, Krähen, Hühner... - diese suchen sich gern die dicksten Leckerbissen. Eine gute Abdeckung löst das Problem.
    c) Wildschweine - oja! Die suchen ab Herbst, wenn man seltener vor Ort ist und man nicht mehr durch 'persönliche Marken' abschreckt, gern ach Würmern, Engerlingen und anderen Kleintieren. Hier hilft nur konsequente Abschirmung - entweder des ganzen Grundstücks mit Wildzaun (20-30cm eingraben!), theoretisch auch eine Ablenk-Oase mit Topinambur.
    d) Hundertfüßer - die fressen auch Würmer, wenn diese weiter oben im Substrat sind. Die Verluste sind meiner Meinung nach vernachlässigbar.
    e) Freche Angler Zunge raus
  4. Wie kann ich den Kompost getrennt von den Würmern ernten?
    Das geht am einfachsten, indem zwei Mieten immer im Wechsel genutzt werden (Doppelkammer-Prinzip). In einer ist die aktuelle Umsetzung mit dem frischen Futter, dort leben die Würmer. In der anderen ist der umgesetzte Humus vom Vorjahr. Der wird geerntet oder umgelagert, bevor diese Miete für die nächste Saison neu angesetzt wird. Befinden sich beide Mieten bzw. Kammern direkt nebeneinander, wandern die Würmer selbstständig ins frische Futter.
  5. Wie ernte ich die Würmer?
    Einige Wurmfarmer nutzen dafür ein Rollsieb wie das RS 400. Ich tendiere eher dazu, die Würmer mit speziellen Leckerchen gezielt anzulocken. Das geht z.B. mit Toastbrot, feucht vermischt mit Kaffeesatz, ganz hervorragend. Auch zerquetschtes Fallobst klappt. Beim Herrn Grandt werden die Würmer auch per Hand gesammelt, so viel ich weiß.
  6. Wo finde ich preiswerte Kompost-Thermometer?
    www.wetterstation24.de
  7. Wie sollte die Box konstruiert sein?
    Bild: Bauzeichung - Skizze- für eine Wurmfarm - Doppelmiete (Rechte: Christian Narkus)
    Hier ist eine Bauzeichnung meiner etwas älteren Mieten. Statt Bretter und Pflöcken verwende ich z.T. allerdings inzwischen Kaninchendraht und Stahlstangen. So eine Doppelmiete ist praktisch, da die Würmer von selbst von einer fertigen Miete ins neue Futter umziehen.
  8. Was muss ich bei der Geländeplanung beachten?
    Bild: Wurmfarm, Gedanken zur Geländeplanung (Rechte: Christian Narkus)
    Meine Gedanken dazu findest du grafisch abgebildet hier.
  9. Wie verhindere ich, dass die Würmer im Winter erfrieren?
    Mit genug Wärme - durch frischen Mist. Du kannst dafür eine neue Miete im Novmber anlegen, mit 50cm Neufutter und einer 20-30cm dicken Schicht Stroh. Lass den frischen Mist auf 30-25 Grad abkühlen, danach wandern die Würmer selbst hinein, wenn die Bedingungen stimmen. Wenn du Drahtgitter statt Holz als Einschalung verwendest, solltest du auch seitlich isolieren.
    Ein windgeschützter Platz ist sehr von Vorteil - auch im Sommer.
  10. Kann die Miete zu nass werden?
    Eigentlich schon - bei mir ist das allerdings nie passiert. Bei starkem Regen kannst du durch gewölbte Abdeckung (Stroh) den Abfluss überschüssigen Wassers unterstützen. Im Herbst ist eher die Abkühlung der Miete ein Problem - dann nimm zusätzlich Kreuzgewebeplane, wie man sie als Unkrautschutz verwendet.

Bildergalerie: meine kleine Wurmfarm 2008-2010





Tagebuch Kompostwurmzucht:

Update November 2009
Der neue Standort ist inzwischen gefunden und die Wurmfarm umgezogen.

Update März 2010
Eine Spezialeinheit "Märkischer Maulwurf" hat ca. 90% des Bestandes überraschend beschlagnahmt. Eine Rückgabe ist nicht zu erwarten.

Update Sommer 2010
Den Boden mit Lochsteinen vor den Erdschissern zu schützen ist recht teuer. Ich teste mal ein sog. Trennflies aus dem Baustoffhandel.

Update März 2011
Das Trennvlies funktioniert prima, das spart viel Geld und Zeit. Der harte Winter sowie weiter steigende Spritpreise bringen mich zur Notwendigkeit, die Basisstruktur zu verändern. Die Wurmfarm bleibt in ihrer jetzigen Größe bis das geklärt ist.

Update Mai
Die Kooperation mit einem Pferdehof ist nun bestätigt, in Kürze zieht meine Wurmfarm um. Ein Pilotprojekt wie es sein sollte: kürzeste Wege vom Material zur Umwandlung und Veredlung ('Produktion' klingt so unwürdig), minimaler Aufwand für Fahrten und das Materialumladen, gute Inspiration für Nachahmer. Über das Projekt werde ich weiter berichten, auch über den Vergleich der Wirtschaftlichkeit zur alten Methode. Es lebe die dezentrale Humuserzeugung.

Update Juli
Der Vergleich des Arbeitsaufwandes zum Vorjahr übertrifft leicht meine Erwartungen und liegt bei ca. 20% für die laufenden Arbeiten (Fütterung, Wässerung, Kontrollen), auch wurde eine Menge Sprit gespart. Darüber hinaus hat die Nähe der Pferde den Effekt, dass keine Maulwurfaktivitäten in der Nähe der Miete zu erkennen sind - das Bodenvlies könnte ich eigentlich für die nächste Miete einsparen. Die Bewässerungsanlage habe ich nun so konstruiert, dass sie für wöchentlich 3 Stunden die gesamte Mietenfläche optimal bewässert und ohne meine permanente Aufsicht arbeiten kann. Außer den 14-tägigen Fütterungen fällt bis nun kaum noch Arbeit an, die Würmer können sich in aller Ruhe vermehren, bis die ursprüngliche Populationsgröße wieder erreicht ist. Das Stroh habe ich inzwischen gegen ein relativ dünnes Unkrautvlies eingetauscht, was die Gefahr der Wildsamen reduzieren sollte.

Update April 2012 (gepostet erst am 4. Oktober)
Das Modell klappte, doch richte ich meine Aufmerksamkeit nun in eine andere Richtung. Mit quant-vital.de kann ich mehr Menschen erreichen und ihnen helfen, die finanzielle Seite erlaubt mir mehr Freizeit und dadurch wiederum mehr Hilfe zu verschenken. Die Wurmfarm habe ich auf einen Bestand zur privaten Humusversorgung reduziert.

Übrigens, an einem Gartenteich wurde das in der Wurmfarm verwendete Vlies durch Wühlmäuse zerschreddert. Womit wir doch wieder bei Lochziegel oder Schutzdraht + Vlies wären. Zu den Wühlmäusen läuft allerdings gerade ein neuer Feldtest, mit energetischen Mitteln - wir werden wieder berichten.

Update Januar 2013
Erfolgreicher Feldtest: Maulwurfplage und Schutz vor Wühlmäusen im Garten

Der im Newsboard vor einigen Monaten angekündigte >>Feldtest verlief sehr zufriedenstellend. Die von Andrè erhaltenen Bioresonanz-Emitter haben auf den Meter genau alle definierten Flächen 100%ig von Wühlmaus- und Maulwurfaktivitäten frei gehalten - ganz ohne Strom und Wartung. Sogar die attraktiven Bereiche, wo sich viele Würmer tummeln und Topinambur stehen, ebenso der früher stark umwühlte Bereich am Gartenteich, blieben frei. >>Mehr lesen
(Erhältlich sind die Bioresonanz-Produkte u.a. bei >>>quant vital)



Fachliteratur:

  • Studie der britischen Universität Essex hat mit einer Studie über 208 Projekte in 52 Ländern über die Folgen konventioneller Landwirtschaft, die Nichtlösung des Problems durch Gentechnik, und die Lösung des Problems durch naturnahe  Landwirtschaft aufgezeigt, Greenpeace-Magazin 2005/01
  • Sepp Holzers „Permakultur“,  Sepp Holzer, Leopold Stocker Verlag Graz-Stuttgart 2004
  • „Kompost- und Regenwurmzucht“, Manfred Schulze, Otto Maier Verlag Ravensburg 1985
  • „Anleitung für die leichte und billige Selbstzucht von Regenwürmern zum eigenen Gebrauch beim Angelsport, bei der Kompostierung, in der Forschung, im Unterricht, für Aquarien und Terrarien“,1986 DIRK e.V., Emmerich Verlag
  • „Eco-Lombrico - Eine italienische Regenwurm-Farm“, Übersetzung aus dem Italienischen von Carola Dinklage
  • „Praktische Gebrauchsanleitung zur Humusproduktion und Kompostregenwurmzucht“, Hans Kaegelmann, Paul Wilms, Hans Bartram, 1984 Verlag zur heilen Welt
  • “Manual of On-Farm Vermicomposting and Vermiculture”, By Glenn Munroe, Organic Agriculture Centre of Canada
  • „Familie der Regenwürmer“, W. Hoffmeister, Braunschweig, Druck und Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn, 1845
  • „Biomassegewinnung  durch Vermehrung wärmeliebender Regenwurmarten“, Institut für Mikrobiologie und  Landeskultur  der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • „Kompostierung wirtschaftseigener Abfälle“, Deutsche Akademie der Landschaftswissenschaften Berlin, 1954
  • „Wohin mit dem Pferdemist?“, Dossier der Regenwurmfarm Tacke
  • "Der unbekannte Regenwurm", H.H. Ziegelasch, Vermikultur Verlag Tuttlingen 1982


Links:
"Die Wurmfarm" unter permakultur.wordpress.com
"Alles über Wurmkompostierung" unter wurmhandel.de 
So weit kann man als Wurmfarmer kommen - heute auch Pilzzüchter


--

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Kommentare

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Kommentar von Hans T. | 22.07.2009

Hallo Christian

Begeistert hatte ich mir deine Seite mit der Wurmzucht angesehen. Ich versuche mich schon seit ca 2 Jahren mit der Zucht von Dendrobaena aus Interesse und für Angelzwecke. Leider nicht sehr erfolgreich.

Ich würde mich über deine Hilfe sehr freuen. Ich habe nur die Möglichkeit im Keller einige Boxen aufzustellen, lebe  zur Miete leider ohne Garten. Wenn du möchtest sage ich dir einfach wie ich es mache und du sagst mir
was falsch ist.

Die 2 Behälter:
Die 2 Boxen sind ca 40Lx30Bx25H mit Deckel bei denen ich ein 20x20cm Stück ausgeschnitten und mit Vorhangstoff beklebt habe(Zur Belüftung) Das Substrat: Als Substrat nehme ich Weißtorf inzwischen naturbelassen und ohne Dünger (war schwer zu finden). Dieser Torf hat einen PH-Wert von ca 3,5. Ich gebe eine Hand voll Gartenkalk dazu(Aus dem Baumarkt 55%Calziumcarbonat 45%Magnesiumcarbonat).Bin mir aber nicht sicher ob das jetzt das richtige ist.

Wie ich gelesen habe wird von Superwurm und Biodone auch Torf benutzt.

Die Feuchtigkeit würde ich als gering bezeichnen, da Würmer die ich bestellt habe auch immer in einem sehr trockenen Substrat ankamen und sich darin anscheinend wohlfühlen.

In dem Substrat von Superwurm habe ich immer kleine graue Krümel aus einer lehmigen Masse vermutlich mit Zellulosefasern. Was das ist habe ich nicht erfahren können, aber es wird wohl wichtig sein und die Würmer fressen das gerne. Ich vermute irgendwelche Tonmehle. Vielleicht kannst du mir da weiterhelfen.

In diesem Substrat von Superwurm oder auch einmal von Biodone verteilen sich die Würmer sehr gerne. In meinem Substrat sind sie aber oft zu einer Kugel zusammengerollt oder befinden sich ringsherum am Rand.
Das Futter:
Da habe ich wohl die größten Mißerfolge gehabt. Oft sind meine ganzen Würmer plötzlich gestorben wenn ich dies und das ausprobiert habe. Von Superwurm gibt es ein Getreidemehl zu kaufen, das habe ich auch schon
versucht. aber das Substrat wird immer klebriger und oft sterben die Würmer wenn irgendwelche Gase entstehen.(so zumindest meine Theorie) Gemüßereste ist in so kleinen Boxen auch nicht der Renner, da es sehr schnell zu feucht wird.
Papier und Karton eingeweicht habe ich oft gehört aber soll nicht ausreichen.Wenn das gehen würde wäre das für mich die einfachste Sache. Wenn du mir zu einer Fütterung ohne Risiko raten kannst würde mich das
sehr freuen.
Die Vermehrung:
Ja Christian, das ist ein Punkt wo ich null Erfolge habe und deshalb immer wieder Dendros nachkaufen mußte.
Meine Dendros legen kaum Eier. Nicht im Winter nicht im Sommer. Ich hatte mal ein kleines Päckchen Dendros aus Italien mitgebracht ...ca 15 große Dendros. Dies Dendros hatte ich sehr behütet. jeden Tag fast war wieder ein Ei mehr in dem kleinen Schächtelchen.Das Substrat war irgend welche Pflanzenreste. Nun wollte ich diesen 15 Dendros einen Gefallen tun und sie in ein größeres Gefäß mit Torf tun.....Das war es dann auch, sie legten keine Eier mehr.
Ich hatte schon Zeiten da habe ich um jeden einzelnen Wurm gebangt.

Also Christian, das ist meine glücklose Dendrobaena Zucht mit Torf, Kalk und kein richtiges Futter oder Mineralien usw.
Über eine Antwort würde ich mich rießig freuen.
Viele Grüße Hans

Kommentar von Christian Narkus | 22.07.2009

Hallo Hans,

danke für deine Mail, ich freu mich dir (hoffentlich) helfen zu können.

Nach ersten kleineren Fehlschlägen vor ca. 4 Jahren und 3
erfolgreichen Jahren kenne ich die typischen Fehler im Substrat: zu
nass, zu trocken, PH-Wert zu weit unten/oben, falsches Futter, Chemikalien im Substrat.

Dass du die Zucht abdeckst, finde ich gut. Dendros können sehr
schreckhaft sein und schon mal ausbüchsen. Machen sie übrigens auch,
wenn das Substrat nicht o.k. ist (natürliche Reaktion).
Deine Beobachtung, dass sie in Klumpen zusammenhängen, zeigt an, dass
das Substrat nicht in Ordnung ist. Nimm als Grundsubstrat vielleicht
mal statt Torf einfache Waldstreu (obere Schicht aus Waldboden), oder
einfachste Gartenerde. Musst nur aufpassen, dass keine Hundertfüßer
und schwarze larvenartige Käfer enthalten sind (Wurmräuber).
Allerdings nehme ich gar kein "Grundsubtrat" mehr, ich lege einfach
Stroh oder Heu als Lage ab und dann dazwischen, und gut.

Ich beziehe mich bei meiner Beschreibung auf Fachliteratur und eigene
Erfahrungen. Normale Kompostwürmer (Foetida eisenia), Mistwürmer (F.
Andrei)
und Riesenrotwürmer oder Dendrobena (E. Hortensis syn. Dendrobena
veneta) stellen an alle Punkte die gleichen Anforderungen. Dendros
wollen es nicht ganz so warm (bis 25°C) und schaffen auch gröberes
Futter als die kleineren erstgenannten Rotwürmer.

In allen Fällen legen die Würmer immer dann wenig oder keine Eier,
wenn
- die Bedingungen nicht gut sind -verbessern
- die Population ihre von Natur aus obere Grenze erreicht -ausdünnen
(verfüttern, verkaufen/verschenken)

Feuchtigkeit:
nimm eine Handvoll Substrat in die Hand und drücke es aus - läuft
etwas Wasser raus, ist es gut. Weniger heißt, die Würmer trocknen aus.
Nass macht die Würmer aufgedunsen und blass. Zu trockenes Substrat
kannst du mit Pappschnitzel oder Gesteinsmehl korrigieren.
Das Futter sollte immer locker liegen - wenn zu viel dicht liegendes
Material da ist, mit Papprollen u.ä. auflockern. Zur Not nehme ich
grobe Aststücke.
Als Torfersatz kannst du übrigens Kokosfasern nehmen, schont auch
unsere More.

PH-Wert:
Teststreifen aus Apotheke oder Onlineshop nehmen. Sollte 5,5 bis 6,5
betragen - bis 7 ist auch kein Problem. Nach oben bringen mit
basischem Pulver (machst du schon richtig, aber immer vor Einsatz der
Würmer mischen, sonst Verätzungsgefahr) - sanfter geht es mit
Urgesteinsmehl, oder gar nicht erst mit Torf anfangen.

Futter:
Ich nutze eine Mischung aus altem (umgesetztem) und neuem Kompost bzw.
Küchenabfall. Die neuen Abfälle bedeck(t)e ich pro Fütterung (ich
sammle immer ein bis zwei Wochen, je nach Menge, damit ich eine Box
bzw. einen m² komplett neu versorgen kann) im Keller mit feuchtem
Stroh, Wiesenmaht oder geschreddertem Papier (kein Glanzdruck) - im
Freiland nur mit Stroh. Die Würmer mögen fast alles an Abfall: Mist,
Küchenabfälle (keine Südfruchtschalen wegen den Spritzmitteln),
Papierschnitzel, Pappe usw.

Chemikalien im Futter:
Da musst du aufpassen, wie bei "Grundsubstrat" aus dem Handel. Man
weiß nie, was da für ein Müll drin ist. Südfruchtschalen, gespritztes
regionales Gemüse und Obst sind nicht geeignet. Allerdings teste ich
ab und zu auch das "verbotene Futter" und konnte noch nie einen
Einbruch meiner Testzucht feststellen.

So, ich hoffe das hilft dir weiter. Oft ist es das Bauchgefühl,
welches mit hilft. SO kann es schon mal vorkommen, dass es gut läuft,
obwohl es nicht so "sein darf" - wie so oft im Leben. Wenn du noch
Fragen hast, melde dich - ich wünsche dir viel Erfolg, es wird schon
werden!

Kommentar von Senta | 27.02.2011

Guten Tag,

wir freuen uns sehr, dass wir diesen Beitrag hier gefunden haben.
Wir planen die Umsiedlung nach Südeuropa und werden dort zum Teil vom eigenen Grund leben. Wir interessieren uns schon lange für die Wurmzucht zur Bodenverbesserung.

Unser Bedenken ist, ob man uns auch die Zuchtwürmer ins Eu AUsland liefern wird?
Dort ist das Thema völlig unbekannt.

Beste Grüße von

Senta

Kommentar von Christian | 21.03.2011

Hallo Senta, schön von einem weiteren Projektmacher zu lesen. Ob die Würmer auch ins EU-Ausland versendet werden? Kommt sicher auf den Anbieter an. Versuch doch mal mal www.wurmhandel.de - viele Grüße, Christian

 

Kommentar von Maya Walti | 19.04.2011

Hallo Zusammen
Ich habe mit Interesse eure Beiträge gelesen - Dankeschön.
Senta meldet ihre Umsiedelung nach Südeuropa. Wir wohnen seit 9 Jahren im Süden Spaniens. Wir haben bis heute in unserer Region (Murcia) noch keinen einzigen Regenwurm gesichtet. Auch die Wurmfarm (habe die Würmer von der CH mitgenommen), hat's nicht gebracht. Leider vertrocknen/überhitzen die Regenwürmer bei unseren Temperaturen in den Sommermonaten (im Schatten um die 40°C). Das macht kein Regenwurm mit :-(((
Habt ihr mir einen Tipp, wie ich trotzdem zu Kompost komme?
Liebe Grüeässlis, Maya und Walti

Kommentar von Admin | 06.05.2011

Hallo Maya und Walti,

40 Grad? Puh, als Wurm würde ich da auch schlapp machen. Wie wäre es denn in Erdkellertiefe, mit schattenspendenden Tiefwurzlern drum herum? Ich würde die Nordseite nehmen, also z.b. einen 1,5m tiefen Graben legen, 4m lang, die Miete Nordseite. Oben noch helle Büsche /Steine setzen und hellen Sand herum packen. Sprich: die Wärme möglichst gut draußen halten. Habt ihr Maulwürfe? Dann packt ein Trennvlies oder Lochsteine unter die Miete. Und, der Garben muss noch Wasser nach unten ableiten können, sonst brauchen die Würmer Kiemen wenn's regnet.

Vielleicht buddelt ihr mal testweise 2m tief , 1m breit ein Loch und misst die Temperatur? Habt ihr Brunnenwasser? Mit Wasserkühlung könntet ihr auch was erreichen.

Für Kompost braucht ihr nicht unbedingt Kompostwürmer. Wenn ihr flächig mit Kompost mulcht, kommen die in der Erde lebenden Regenwürmer auch hoch, wenn es mal weniger heiß ist. Guckt mal in nahe Wälder, wenn ihr die Möglichkeit habt, und lernt daraus.

Darüber hinaus wäre Terra Preta vielleicht für euch geeigneter: http://terra-preta.de/

lG Christian

p.s. schön, dass es Senta geschafft hat!

 

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